Samstag, 2. August 2008

Suedafrika - Kapstadt

Hi aus Suedafrika!

Warum keine Beguessung in der Landessprache? Nun, hier in Suedafrika gibt es 11 offizielle Sprachen, und das waehre vermutlich etwas lang geworden *g*...

Gleich vorneweg: Wir haben jetzt endlich die 2 fehlenden Videos hochgeladen und in die passenden Beitraege (gucksch du Angkor Wat und Vientiane) eingefuegt, viel Spass damit!

Jetzt aber zu unseren ersten Erlebnissen auf dem schwarzen Kontinent...

Nach einem echt laaaaangen Flug erreichten wir Kapstadt. Und der Blick aus dem Fenster verhiess nichts gutes. Wir flogen durch eine Nebelsuppe, die so dicht war, dass wir die ersten Lichter erst sahen als unsere Reifen quietschend auf dem Rollfeld aufkamen. Wilkommen in Ulm! Beim Verlassen des Fliegers traf uns fast der Kaelteschock (und das obwohl im Flieger normalerweise Gefrierschranktemperaturen herrschen). Oh je, wir hatten zwar von den 17 Grad gelesen die's hier hat, aber nach 6 Monaten tendenziell eher warmen Laendern, hatten wir total vergessen, wie sich 17 Grad anfuehlen...


Eisige Kaelte am wolkenverhangenen Tafelberg

Am Taxistand am Flughafen brauchte es gleich vier Fahrer um herauszufinden wo unsere Couchsurfgelegenheit Tonia wohnt. Eine gute halbe Stunde spaeter und um 25 Euro (ade Asien!) leichter, erreichten wir die gehobene Wohngegend Highland Estates und, von einer hohen Mauer umgeben und von einem grimmigen Afrikaner bewacht, unser erstes afrikanisches Domizil. Wir wurden freundlich aufgenommen und bezogen unsere Couch. Nach einer gemuetlichen Aufwaermrunde bei einer Tasse Tee (wie alte englische Weiber) fuhr uns unsere Gastgeberin in die Stadt und wir besorgten uns bei einem kleinen Stadtbummel ordentlich Infozeugs. Am fruehen Abend sind wir dann ziemlich fertig, ziemlich frueh ins Bett gefallen und versuchten trotz der klirrenden Kaelte (die Terassentuer blieb wegen der Katzen offen!) ordentlich Schlaf aufzuholen.


die Westkueste von Kapstadt

An Tag 2 huepften wir (diemal stimmt die Wortwahl aber wirklich) auf den "Hop on Hop off Bus" der uns einmal Quer durch die ganze Stadt und an allen Sehenswuerdigkeiten vorbeibrachte. Wir fuhren an alten hollaendischen und britischen Gebaeuden vorbei, an der alten Festung, vorbei an der Kueste mit wunderschoenen Sandstraenden, aber einer derart rauhen und kalten See, dass sich kein Mensch ins Wasser wagt. Wir sahen das neue Stadion, welches gerade fuer die WM 2010 gebaut wird und die V&A (Victoria and Alfred) Waterfront, die aehnlich wie in Sydney oder San Francisco ein Mix aus Shopping-Malls, Restaurants, Hotels, Museen und natuerlich einem Hafen voller Schiffe besteht. Dort sahen wir uns im Aqarium die Vielfalt der sudafrikanischen Fische an die Aufgrund des Zusammenstosses zweier Meere hier am Kap einzigartig ist.


Wer von den beiden ist den jetzt der Haesslichere?

Anschliessend pluenderte ich dann noch schnell den Woolworth und deckte mich mit Socken, nem Pulli und neuen Schuhen ein. War wegen der Kaelte hier unbedingt noetig!
Danach gings dann im Taxi (eine etwas laengere Suche nach einem faehigen und ortskundigen Taxifahrer vorausgehend) vor dem Einbruch der Dunkelheit (wir wollen ja nicht gekillt werden) zurueck.


das Halbfinalstadion direkt am Wasser

Der naechste Morgen begann recht frueh und wir starteten im Morgengrauen zu unserer Tour zum Kap der guten Hoffnung. Der "BAZ Bus", mit dem wir in ein paar Tagen durch Afrika reisen, fuhr uns durch die wilde Gegend um Kapstadt. Wir sahen beeindruckende Kuestenlandschaften, nette kleine Fischerdoerfer die langsam von den Schoenen und Reichen bevoelkert werden. (Witzige Geschichte am Rande: Enthusiastische Europaer die sich hier ein Haus kaufen suchen gaaanz angestrengt nach Haeusern mit Suedlage und zahlen dafuer einen Batzen Kohle. Was sie natuerlich nicht bedenken ist, dass wir hier ja auf der Suedhalbkugel sind und somit die Sonne mittags im NORDEN steht!)


die Ostkueste am Kap

Das letzte Stueck zum Cape Point durften wir auf dem Radel zuruecklegen (die Lui brauchte dafuer etwas Ueberredung aber gemeinsam mit unserem farbigen Fahrer hab ichs dann doch geschafft, auch wenn se nur die halbe Strecke gefahren ist ;-) )
Vom Leuchtturm am Cape Point hatten wir eine grandiose Sicht ueber das Kap und mal abgesehen von den vereinzelnten Regenschauern war das Setting einfach perfekt!
Vom Leutturm aus gings dann ueber einen steinigen Pfad hinueber zum Kap der guten Hoffnung, dem suedwestlichsten (nicht wie viele meinen dem suedlichsten) Punkt Afrikas.


das Kap der guten Hoffnung (hoffentlich faellt se ned runter...)

Von dem hohen Felsen aus hatten wir einen super Blick auf's Wasser und waehrend uns der Wind um die Nase pfiff konnten wir einzelne Wale sehen die vor der Kueste duempelten, ab und an eine Wasserfontaene ausbliesen und mit ihren Heckflossen wedelten. Scheeee!

Nach unserem Abstieg, kehrten wir zu unserem Bus zurueck. Wir sahen ene Gruppe Paviane (hier sehr verbreitet und wirklich gefaehrlich) und beobachteten mit Belustigung, wie sie sich, auf der Suche nach etwas zu kauen, den Touris naeherten. Wir machten unsere Spaesse mit ihnen waehrend wir in den Bus kletterten und bemerkten nicht, dass die Sicherheit unseres Gefaehrtes durch ein offenes Heckfenster leicht kompromittiert war...


Tour de Kap

Mit einem mal sprang einer der Affen (ein recht grosser Geselle) an unserem Auto hoch und enterte uns. Mit einer wahnsinnigen Zielsicherheit grabschte das bloede Vieh unsere Einkaufstuete mit unserem Abendessen und zog sich eine Packung Cup-Noodles und unsere Broetchen raus. Ich packte den Henkel unserer Tasche und riss sie ihm aus den Fingern (vielleicht nicht die beste Idee), waehrend der Typ der auf der Rueckbank direkt neben dem Affen gesessen hatte, in halbe Panik verfiel: "Forget the f****** Cup-Noodles, get the f*** outta here!"
Wir sprangen aus dem Bus (unsere Tuete hatte ich aber abgesehen von den Nudeln und den Broetchen gerettet und sahen uns einer Horde weiterer Affen entgegen die sich neugierig um uns scharten. Unser Fahrer sprang in den Bus und verjagte den Pavian (engl. Baboon), wir hetzten zurueck in den Bus, schmissen saemtliche Tueren und Fenster zu und brausten unter einem entspannten, kollektiven Lachanfall davon.


Straussenfamilie (echt gute Tarnung!)

Am Abend war dann noch ne Pokerrunde angesagt und wir stiegen jeder mit 2 Euro in die Partie mit Tonia und 7 weiteren ihrer Freunde, ein. Dank vereinzelnten Buy-Ins zog sich das ganze bis weit nach 12 hin und ich konnte trotz Muedigkeit immerhin am Schluss mit 5 Euro den Tisch verlassen (waehrend die Lui leider ausgeschieden war...).


Nur knapp 9000 Kilometer bis nach Hause uebrig...

Heute ziehen wir in ein Hostel in der Stadt um (so sind wir einfach naeher an allem dran) und besuchen danach "Robben-Island", die Gefangeneninsel vor der Kueste (sozusagen das suedafrikanische Alcatraz) auf der Nelson Mandela 17 Jahre (glaub ich) seines Lebens verbrachte. Heut Abbend geht's dann mit Tonia in den PAULANERGARTEN!!! Ja man soll ned glauben aber hier gibt's tatsaechlich ein deutsches Brauhaus, mitten in Kapstadt. Sauerkraut, Kartoffelpuree, Brezeln, Bier, Jihaaaaa!

Ihr seht also, trotz der Kaelte geht's uns hier super!

Bis demnaechst!

Dienstag, 29. Juli 2008

Thailand -Bangkok / Singapur

Sawasdee und selamat!

So noch schnell ein superkurzer Abschlussbericht zu Asien.
Wir sind gerade am Flughafen in Singapur und warten auf unseren Flug nach Kapstadt.
Der Flughafen hier ist OBERHAMMER!!! Hier hat's ein Kino, eine Networkgaming Lounge, XBox 360 und PS3s ueberall, entspannte Musik, gechilltes Licht, lecker riechendes Essen und, und, und... Die nette Dame von Singapore Airlines hat uns eine eigene Sitzreihe organisiert und so langsam faellt der Stress der letzten Tage von unseren Schultern.


Lan-Party am Flughafen

Vor drei Tagen erreichten wir erneut Bangkok. Es war aber so spaet, dass wir und unser neuer Bekannter David (oder Mr. Bavid) uns nur noch zu einem spaeten Burgerexzess an der Kaohsan Road durchringen konnten. Wir schluepften frueh ins Bett, denn am naechsten Tag hiess es um 6.30 Uhr draussen auf der Strasse stehen und auf den Bus warten der uns zu unserer letzten Sightseeing Tour in Asien abholen sollte.

Nachdem um 7.45 Uhr noch kein Bus in Sicht war riefen wir (mittlerweile ziemlich pissed) bei dem Veranstalter an, der, oh Wunder, unsere Reservierung verbummelt hatte. Gaanz toll, is ja nicht so dass wir den Spass extra 3 Wochen vorher gebucht haben, damit auch ja alles klappt...

Naja, eine Weile spaeter sassen wir dann in einene Minibus gequetscht und fuhren nach Kanchanaburi, wo die beruehmte Bruecke am Kwae auf uns wartete. Ziemlich unspektakulaer dat Dingen und nach 20 Minuten waren wir (natuerlich mit den obligatorischen Tourifotos in der Tasche) wieder im Bus.


die Bruecke am Kwae

Kurze Fahrt zu einer Bahnstation, eine einstuendige Bahnfahrt im holp'rigen Bummelzug und dann wieder eine Stunde Bus. Mittagessen in einem schwimmenden Restaurant, an einem Fluss dessen Namen wohl niemand kennt und dann wieder 2 Stunden Busfahrt bis zu einem Wasserfall (jaja die Thais und ihre Wasserfaelle...).

An dem rauschenden Rinnsal (dank ausgebliebenem Regen) angekommen wurde mir eroeffnet, dass ich in meinem roten Kommunistenshirt nicht die Tempelanlagen betreten durfte und ich mir ein neues T-Shirt bersorgen solle. Ganz grosses Kino. Das einzige T-Shirt weit und breit, war natuerlich so'n potthaessliches Thailand-Shirt, dass (der Typ wusste wie mir schien ueber meine Notlage bescheid) mit 160 Baht viieeeel zu teuer war.


Tazi und die Tigertatzen

Ok, dressed in black fuhren wir dann den letzten Rest bis zum Tigertempel, wo die Lui nach 3 Wochen eeeendlich ihre Mietzekatzen streicheln durfte. (Von mir gibt's auch n paar Fotos mit den verschlafenen Grosskatzen, gaeehn...) Die Lui fands GEIL! und is nachdem sie mit zwei kleinen Tigerbabys spielen durfte jetzt hoffentlich erstmal katzenkuriert. (in Afrika will se dann bestimmt Loewen streicheln...)


wer spielt hier mit wem?

Zweieinhalb Stunden abenteuerliche Rueckfahrt spaeter (unser driver fuhr mit dem Minibus wie mit einem Motorroller im Slalom auf der Autobahn zwischen den anderen Autos durch. In einem Affenzahn!) erreichten wir wieder Bangkok. Fuer den Abend stand mein Highlight des Tages an: BATMAN - The Dark Knight! Und das ganze auf einer IMAX-Leinwand, der HAMMER!

Am naechsten Tag stand noch n bisschen Supplies-Shopping (Kontaktlinsen, Zahnbuersten, ,usw.) an bevor wir uns auf den Weg zum Flughafen machten.

Ja, das wars also mit Asien. Wir hatten wirklich eine super Zeit, sind aber auch irgendwie ganz froh jetzt was total neues zu sehen und koennen es kaum mehr erwarten morgen frueh unsere Fuesse (meine in nigelnagelneuen FlipFlops!) auf Afrikanische Erde zu setzen...

Sonntag, 27. Juli 2008

Kambodscha - Phnom Penh

Gooooood morniiiiiing Kambodscha!

Tja leider reicht's uns nach Vietnam nicht mehr und deswegen gibt's jetzt nen kurzen Bericht zum Abschluss unserer Zeit hier in Kambodscha.

Nach den Tempeln von Angkor wollten wir uns noch die Hauptstadt dieses bezaubernden Landes ansehen, also schnappten wir uns ein Tuk-Tuk (ok, ich glaub eher wir wurden geschnappt!) und fuhren zum Busbahnhof (eher ein Bus-Hof aber egal). Nach einiger Sucherei und einem leichten Anflug von Stress ob der Schlepper der verschiedenen Busfirmen, landeten wir schliesslich auf der Rueckbank eines einigermassen passablen Reisebusses. Mit 20 Minuten Verspaetung (der Bus wurde bis zum letzten Platz gefuellt) machten wir uns auf die 6-stuendige Reise nach Phnom Penh. In Sued-Ost-Asien dienen Busse gleichzeitig dem Transport von was auch immer ihr euch vorstellen koennt (diesesmal mindestens 4 Motorroller!).

In Phnom Penh angekommen ging's wieder mit dem Tuk-Tuk zum "Royal Guesthouse" wo wir in unsere grosse "Suit" einzogen (nachdem wir ungefaehr 200 Treppenstufen bewaeltigt hatten, aber der Blick war's wert). Der Tag war dann auch so gut wie gelaufen und wir hingen noch ein Weilchen im Bett rum und zappten uns durchs Kabel-TV...

Am naechsten Tag stand ein Besuch im Toul Sleng Museum (ehemals das Gefaengnis S-21) auf dem Plan. Im S-21 wurden tausende Einheimische und auch einige westliche Auslaender unter dem 4-jaehrigen Regime der Khmer Rouge gefoltert und schliesslich auf den "killing fields" ermordet, oder um es mit den Worten Pol-Pots (Anfuehrer der roten Khmer) zu sagen: Zerstoert!
Im den kahlen Zellen der urspruenglichen Schulgebaeude zeugen Fotografien von den Grausamkeiten die die Opfer hinter dem doppelten Stacheldraht erlitten. Ein Dokumentarfilm zeigte uns dass heute noch lebende Soldaten, die in dem Gefaengnis Wache geschoben, Verhoere durchgefuehrt und Menschen getoetet hatten, keinerlei Reue zeigten, was uns wirklich erschreckte!
Abends sahen wir uns den Film "the killing fields" an (wirklich sehenswert!!!) , um uns auf unseren naechsten Tag vorzubereiten.

Samstags brachte uns dann ein Minibus einige Kilometer raus aus dem Stadtzentrum zu der Gedenkstaette fuer die unzaehligen Opfer (ueber 2 Millionen, zu der Zeit ein Viertel der Bevoelkerung!). In einem hohen Stupa liegen tausende Schaedel aufgebahrt, die bei Ausgrabungen in den direkt dahinter liegenden "killing fields" gefunden wurden. Auch heute noch kann man die Gruben sehen an deren Raender sich die Opfer mit verbundenen Augen niederknien mussten und auf den toedlichen Schlag mit dem Hammer (!) warteten. Zu hunderten wurden die Toten in den Massengraebern verscharrt. Der Eindruck den man erhaelt wenn man zwischen den Gruben hindurchlaeuft ist unbeschreiblich und wir wollen die Szenerie hier auch nicht mehr genauer ausfuehren.

Wer sich so wie wir mit der tragischen Geschichte Kambodschas auseinandersetzen will, sollte mit der Lektuere des Buches "First they killed my father" von Loung Ung beginnen, ein ergreifendes Buch dass die wahre Geschichte der Autorin als kleines Kind unter der Schreckensherrschaft von Angkar, Pol Pot und den Khmer Rouge.

Nachdem wir mit den ergreifenden Ereignissen abgeschlossen hatten, wollte ich noch eine Chance nutzen, die zwar in anbetracht der Geschichte vielen als unpassend erscheinen mag, hier in Kambodscha aber leider einzigartig ist. Ich bin auf eine Shooting Range um einmal in meinem Leben mit einer AK-47 zu schiessen. Damit ich euch (ehemalige) CS-ler vollends befriedigen kann, hab ich anschliessend auch noch eine M-16 in die Hand genommen und ein paar Schuss auf den Papierkameraden vor mir abgefeuert. Alles in allem eine Erfahrung die ich jetzt nicht als hypertoll, sondern eher als interessant bezeichnen wuerde. Gut es einmal gemacht zu haben aber nicht spektakulaer.

Heute setzen wir uns in einen AirAsia-Flieger und fliegen zurueck nach Bangkok um endlich den neuen Batman zu sehen (Jiiihhaaaaa!!!), bevor wir dann in 2 Tagen nach Kapstadt aufbrechen.

Das war's auch schon, Bilder gibt's diesmal nicht, vor allem aus Pietaetsgruenden gegenueber der Opfer des Khmer Rouge Regimes.

Achso, heute ist Wahl in Kambodscha und alle Laeden haben geschlossen, das Land steht Kopf, aber veraendern wird sich wohl leider (wegen gekaufter Stimmen) nichts. Schade...

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